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Zittauer Gebirge

Motorradtouren im Zittauer Gebirge

Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.

Touren aus dem M&R-Tourenportal

Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

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Deutschland, Tschechien, Polen: Offene Grenzen im Dreiländereck

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Wer Grenzerfahrungen machen möchte, für den ist diese Tour durch das Zittauer Gebirge und die Sächsische Schweiz wie bestellt.

Alle 4 Zittauer Gebirge-Touren mit Karte und GPX-Track im Tourenportal von Motorrad & Reisen.Motorradtouren im Zittauer Gebirge mit GPX-Tracks
Strecke

Strecken-Achsen und Bikertreffs im Zittauer Gebirge

Die Zubringer von der Autobahn

Wer aus Richtung Dresden anrollt, nimmt die A4 bis zur Anschlussstelle Weißenberg und von dort die vierstreifig ausgebaute B178n zügig in den Süden bis kurz vor Zittau. Diese Schnellstraße ist der wichtigste Zubringer aus dem Westen und führt fast bis an die Grenze zu Tschechien und Polen heran – Fahrspaß bietet sie nicht, dafür ist man in kurzer Zeit am Fuß des Gebirges. Aus dem Norden über Bautzen und Löbau führt die B96 nach Zittau, aus Richtung Görlitz kommt man über die B99 über Hagenwerder und Zittau bis Olbersdorf fast mitten ins Gebirge.

Das kurvige Revier im Gebirge

Das eigentliche Kurvenrevier sind die kleinen Gebirgssträßchen rund um die Kurorte. Von Zittau und Olbersdorf geht es hinauf nach Oybin und Jonsdorf, weiter über die bewaldeten Höhen zum Passort Lückendorf – dem höchstgelegenen Ort der Gegend, an dem die Straße Richtung tschechische Grenze über den Sattel rollt. Weil das Gebirge so kompakt ist, fährt man die schönen Abschnitte schnell mehrfach; die Stärke der Region liegt im Kombinieren: ein paar enge Kehren im Wald, dann ein Abstecher über die Grenze, dann zurück durch die Oberlausitz mit ihren weiten Blicken über Umgebindehäuser und Felder. Wer den Aktionsradius vergrößern will, hängt eine Schleife durch das benachbarte Lausitzer Gebirge auf tschechischer Seite Richtung Hrádek nad Nisou und Liberec an.

Über die Grenze nach Tschechien und Polen

Das Zittauer Gebirge bildet auf seinem Kamm – etwa über Lausche und Hochwald – die Grenze zu Tschechien; das Dreiländereck mit Polen liegt unten im Neiße-Tal bei der Stadt Zittau. Die Grenzübergänge sind seit dem Schengen-Beitritt unkompliziert: Der Straßenübergang Zittau ↔ Hrádek nad Nisou führt direkt weiter Richtung Liberec, polnisches Gebiet erreicht man über Zittau-Hartau nach Sieniawka und Bogatynia. Für die meisten Touren bleibt man auf deutschen Landstraßen; wer aber bewusst ins Dreiländereck fährt, sollte die Maut- und Tempolimit-Hinweise weiter unten kennen.

Strecke

Bikertreffs und Knotenpunkte

Motorrad vor einem rot gestrichenen Umgebindehaus an der Dorfstraße
Umgebindehaus an der Dorfstraße – die typische Bauweise der Region
  • Zittau – die Tuchmacherstadt mit historischer Innenstadt ist die natürliche Basis: gute Versorgung, Tankstellen, kurzer Weg in alle Himmelsrichtungen und zur Grenze.
  • Oybin – Kurort am Fuß des gleichnamigen Bergs mit Burg- und Klosterruine, beliebter Foto- und Kaffeestopp und Endpunkt der Schmalspurbahn.
  • Jonsdorf – staatlich anerkannter Luftkurort, Tor zu den Mühlsteinbrüchen und ebenfalls Endbahnhof der Schmalspurbahn.
  • Lückendorf – höchstgelegener Ort der Gegend am Sattel Richtung tschechische Grenze, klassischer Pausenplatz vor dem Grenzübertritt.
  • Waltersdorf – Bergdorf am Fuß der Lausche, Ausgangspunkt für die Touren entlang des Kamms.
Versorgung

Tankstellen & Versorgung unterwegs

Rotes Barockgebäude mit Nebengebäude unter Wolkenhimmel
Barocker Baubestand am Wegesrand

Im Zittauer Gebirge selbst gibt es kaum Tankstellen – die Säulen stehen in den größeren Orten im Tal, allen voran in Zittau und entlang der B96 in Richtung Löbau und Görlitz. In den kleinen Kur- und Bergdörfern oben im Gebirge sollte man nicht auf eine Tanke hoffen. Die Faustregel ist hier dank der kurzen Wege entspannt: Wer in Zittau vollmacht, kommt mit jeder normalen Tankfüllung problemlos durch einen Tag im Revier. Plant man einen Abstecher nach Tschechien Richtung Liberec, lohnt es sich, vor der Grenze in Zittau zu tanken – die Wege dort sind zwar nicht lang, aber so hat man den Kopf frei für die Strecke.

Bahnübergänge und Kurort-Zufahrten: die Talstraßen nach Oybin und Jonsdorf

Mehrere Motorräder auf einer geschwungenen Landstraße durch Felder
Geschwungene Landstraße durch die Felder

Ins Herz des Gebirges führen zwei schmale Talstraßen, die sich von Zittau über Bertsdorf nach Oybin und nach Jonsdorf teilen. Sie sind der Hauptzugang zu den beiden Kurorten – und sie teilen den engen Talgrund mit der Schmalspurbahn, die dieselbe Strecke im Dampfbetrieb bedient. Wer hier hochfährt, stellt sich am besten auf enge Fahrbahnen, Bahnübergänge und im Sommer auf viel Ausflugsverkehr ein.

Die Schmalspurbahn quert die Straße

Die Zittauer Schmalspurbahn startet in Zittau, gabelt sich in Bertsdorf und fährt von dort mit Dampf hinauf nach Oybin und nach Jonsdorf. Auf den Talstrecken quert sie die Straße mehrfach ebenerdig, teils an beschrankten, teils an technisch gesicherten Übergängen. Für Motorradfahrer heißt das: An geschlossenen Schranken hat der Zug Vorrang, und Warten zahlt sich hier mehr aus als Drängeln – zumal ein anrollender Dampfzug der bessere Fotostopp ist als die Lücke davor. An Wochenenden und in der Ferienzeit ist die Bahn stark nachgefragt, dann sind die Übergänge entsprechend häufiger dicht.

Eng und belebt in den Kurorten

Oybin und Jonsdorf sind Kurorte, keine Durchfahrtsstraßen: schmale Ortsdurchfahrten, Fußgänger, parkplatzsuchende Ausflügler und an schönen Tagen ein dichtes Kommen und Gehen. Die Zufahrten selbst sind der Reiz – kurvig, bewaldet, mit Blick auf die Sandsteinfelsen –, aber im Ortskern fährt man auf Sicht und stellt das Motorrad besser am Rand ab, statt sich durch den Kurort-Verkehr zu schieben. Wer die engen Sträßchen früh am Tag nimmt, hat sie spürbar freier als zur Mittagszeit.

Der Braunkohle-Tagebau Turów auf polnischer Seite

Motorräder auf einer Straße zwischen grünen Hängen
Zwischen den grünen Hängen unterwegs

Wer bei Zittau-Hartau über die Neiße nach Sieniawka und weiter nach Bogatynia fährt, hat auf der polnischen Seite eine Landschaft vor sich, die mit den Sandsteinhügeln nichts gemein hat: den weiten Braunkohle-Tagebau Turów samt dem zugehörigen Kraftwerk. Die Abraumkanten, Förderanlagen und die Dampffahnen des Kraftwerks prägen dort den Horizont und sind schon von den Höhen des Zittauer Gebirges aus zu erkennen.

Für die Streckenplanung ist der Tagebau vor allem ein markanter Orientierungspunkt und ein harter landschaftlicher Kontrast. Turów ist ein aktives Industrierevier, kein Ausflugsziel – die Straßen rund um Bogatynia sind Zubringer durch einen arbeitenden Landstrich. Wer den Abstecher fährt, fährt ihn wegen des Dreiländer-Wechsels und wegen der ungewöhnlichen Industriekulisse am Rand des Gebirges, nicht wegen kurviger Passstraßen.

Streckenlogistik im Dreiländereck

Die Besonderheit rund um Zittau ist die Dichte der Grenzübergänge: Der tschechische Übergang bei Hrádek nad Nisou und der polnische bei Sieniawka liegen nur wenige Kilometer auseinander und sind beide vom Zittauer Stadtrand aus schnell erreicht. Damit lässt sich eine Tagesrunde bauen, die alle drei Länder an einem Nachmittag berührt, ohne dass lange Anfahrten dazwischenliegen.

Praktisch spielt dem das Mautsystem in die Hände: Motorräder brauchen in Tschechien keine Vignette, und auf polnischen Landstraßen fällt ohnehin keine Pkw-Vignette an – ein spontaner Grenzsprung wird also durch keinen Halt am Automaten ausgebremst. Am effizientesten nutzt man Zittau als Drehscheibe und legt kurze Stichfahrten über die einzelnen Übergänge, statt eine einzige große Schleife zu ziehen: raus nach Tschechien Richtung Liberec, zurück, dann über Hartau nach Bogatynia. So sammelt man auf engem Raum mehr Grenzwechsel als anderswo auf einer ganzen Tagesetappe.

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